Es ist geschafft, am Mittwoch, den 17. September 2008 wird der Stadtmusikantenweg eingeweiht.

Wir, die Kirchlintler Tourenleiter und alle die sich an diesem Projekt beteiligten, empfinden es als große Freude, dass dieser Märchenweg durch die märchenhafte Landschaft der drei Landkreise nun offiziell eröffnet wird.
11.00 Uhr im Landkreis Soltau Fallingbostel, in Stellichte an der Gutskirche. Einweihung durch die Bürgermeisterin der Stadt Walsrode Frau Lorenz.
Ca. 11.30 Uhr im Landkreis Rotenburg auf dem Königshof der Familie Lackmann. Einweihung durch die Bürgermeisterin der Stadt Visselhövede Frau Strehse.
Ca. 12.15 Uhr im Landkreis Verden auf dem Heidehof der Familie Martens in Ramelsen-Kirchlinteln. Einweihung durch den Bürgermeister der Gemeinde Kirchlinteln, Herrn Rodewald.
Im Anschluss gibt es auf dem Heidehof für alle Gäste, die traditionelle Hochzeitssuppe, für die einstmals der Hahn vom Heidehof, „Rotschopf“, von der Köchin vorgesehen war.
Die Geschichte über die vermutliche Herkunft der Stadtmusikanten
Wie sie in der Heimatregion der Stadtmusikanten von den Geschichtskundigen erzählt wird.

Vor langer, langer Zeit lebte in einem kleinen Ort, nicht weit von Bremen bei der Oberen Wassermühle in Stellichte ein Esel. (Stellichte liegt im Landkreis Soltau/Fallingbostel). Weil er alt und ihm die Arbeit zu schwer wurde, zog er gen Bremen.
Denn er hatte von Reisenden gehört, wie diese davon erzählten, dass „Stadtluft frei machen solle“.
So beginnt die Geschichte der Stadtmusikanten.
Auf dem Geschichtsweg wird der Esel weiter zum Königshof geführt. Eine Ansiedlung, die zur Stadt Visselhövede gehört. Der Erzählung nach war einst der Königshof eine Domaine Kaiser Karl des Großen. Die ältesten noch stehenden Gebäudeteile stammen aus dem 15. Jahrhundert. Heute noch ist der Hof eine landwirtschaftliche Vollerwerbsstelle.
Eines der Privilegien der Bewohner war seit jeher die Ausübung des Jagdrechtes. Als dort der alte Jagdhund Reißaus genommen hatte, weil er alt war und seine Aufgabe nicht mehr erfüllen konnte, schloss er sich dem Esel an, um mit ihm nach Bremen zu wandern.
In Verdenermoor litten die armen Moorbauern unter der Mäuseplage. Das letzte Korn wurde ihnen weggefressen. Um dieser Plage Einhalt zu gebieten, hielten sie sich Katzen, die täglich mindestens 5 Mäuse vertilgen mussten. Doch wenn die Katzen alt waren und ihr Pensum nicht mehr schafften, wurden sie in einem der Moorgräben ersäuft. So sollte es auch mit einer Katze vom Krusenhoff geschehen. Jämmerlich maunzend saß sie auf dem Krusendamm. Esel und Hund kamen ihr gerade recht daher und so zog sie als Dritte mit nach Bremen.
Auf dem alten Heidehof in Ramelse
n hatte sich hochherrschaftlicher Besuch angekündigt. Wie es der Brauch verlangte, wurde deshalb ein Festessen mit der traditionellen Hochzeitssuppe vorbereitet. Da hierzu eine kräftige Hühnerbrühe benötigt wurde, sollte der Hahn geschlachtet werden. Voller Angst saß dieser auf dem Ziehbrunnen vor dem Hause und schrie aus vollen Leibenskräften. Nur zu gerne ließ er sich überreden, mit nach Bremen zu wandern als die Drei ihn aufforderten.
Über den alten Postweg, deren Hohlwegspuren noch heute in Kirchlinteln nahe der Hügelgräberheide zu sehen sind, wanderten sie gen Bremen. Weil es dunkelte, nächtigten sie im Lindhoop, einem Waldstück zwischen Verden und Kirchlinteln. Nahe dem jetzigen Waldspielplatz, auf einem hohen Schlafbaum, thronte der Hahn. An der Grenze zur Stadt, auf einem Hügel, der von den Einheimischen Horst genannt wird, entdeckte er das Licht des Räuberhauses.
Wie die Vier dort die Räuber verjagten ist wohl jedem bekannt und auch dass sie bis an Ihr Lebensende in der Räuberhütte blieben.
Doch wie kommt es, dass nun ein Denkmal der vier Gesellen, die einst nach Bremen wandern wollten, in Bremen am Rathaus steht?
Die Bremer Kaufleute hatten derzeit einen schweren Stand, da sie ihre Waren nicht sicher transportieren konnten.
Auf dem Seeweg wurden ihre Schiffe Beute der Seeräuber wie von dem bekannten Klaus Störtebecker. Auf den Landwegen wurden ihre Frachtwagen von den Strauchdieben auf dem Horst ausgeraubt. Durch die Vertreibung der Spitzbuben von dieser Anhöhe konnten sie nun wieder ohne Schrecken ihre Waren über den Landweg transportieren. Die Freude über die Vertreibung der Räuber war daher bei den Bremern riesengroß.
Gerne hätten sie diese mutigen Geschöpfe in ihren Stadtmauern begrüßt. Die blieben jedoch auf dem Hügel, nahe der Stadt Verden bis an ihr Lebensende.
Viele Jahre später hatte ein Ratsherr die Idee, den Vieren, die in schweren Zeiten die Bremer Wirtschaft retteten, neben dem Rathaus ein Denkmal zu setzten. Das Standbild wurde 1951 von dem Bildhauer Gerhard Marcks geschaffen, so dass nun die Stadtmusikanten für alle Zeiten in ihrer Heldenposition in Bremen zu sehen sind.
In Bremen wird erzählt: „Fasst man den Esel mit beiden Händen an den Vorderbeinen, so geht ein Wunsch in Erfüllung“
ein Bein des Esels ergreifen,
denn dann würde ein Esel
dem anderen die Hand reichen,
sagt man in Bremen
Text nach Gebr. Grimm und K. Merkle. "Auf den Spuren der Stadtmusikanten" geschütztes Markenzeichen.
Alle Rechte an Schriften, Bilder und Konzept liegen bei Klaus Merkle Eichendorffweg 6, 27308 Kirchlinteln
